IR-A, IR-B und IR-C: Infrarotstrahlung einfach erklärt

Infrarotstrahlung ist nicht gleich Infrarotstrahlung. Je nach Wellenlänge wird sie in IR-A, IR-B und IR-C unterteilt. Diese Einteilung beschreibt zunächst nur einen Bereich des elektromagnetischen Spektrums. Sie ist keine automatische Bewertung von Qualität, Komfort oder Eignung.

Kurzüberblick

  • IR-A: 780 Nanometer bis 1,4 Mikrometer
  • IR-B: 1,4 bis 3 Mikrometer
  • IR-C: 3 Mikrometer bis 1 Millimeter

Für eine konkrete Anwendung sind neben der Wellenlänge insbesondere Strahlungsleistung, Abstand, Geometrie, Einwirkdauer und Regelung entscheidend.

Was ist Infrarotstrahlung?

Infrarotstrahlung ist der für das menschliche Auge nicht sichtbare Teil der optischen Strahlung, der sich an das sichtbare rote Licht anschliesst. Der gesamte Infrarotbereich reicht nach der gebräuchlichen Einteilung von 780 Nanometern bis 1 Millimeter.

Trifft Infrarotstrahlung auf Material oder Haut, kann Strahlungsenergie aufgenommen und in Wärme umgewandelt werden. Wie stark und wo diese Energie absorbiert wird, hängt von der Wellenlänge und den Eigenschaften des bestrahlten Materials beziehungsweise Gewebes ab.

IR-A, IR-B und IR-C im Vergleich

Bereich Wellenlänge Sachliche Einordnung
IR-A 780 nm bis 1,4 µm Kurzwelligster Infrarotbereich; Absorption und Wärmeverteilung unterscheiden sich von IR-B und IR-C.
IR-B 1,4 bis 3 µm Mittlerer Infrarotbereich zwischen IR-A und IR-C.
IR-C 3 µm bis 1 mm Langwelliger Bereich; wird überwiegend in sehr oberflächennahen Hautschichten absorbiert.

Was die Einteilung aussagt – und was nicht

Die Begriffe IR-A, IR-B und IR-C kennzeichnen Wellenlängenbereiche. Daraus allein lässt sich noch nicht ableiten, wie intensiv eine Wärmequelle wirkt oder ob sie für eine bestimmte Anwendung geeignet ist.

Auch die Bezeichnung „Vollspektrum“ ist für sich genommen keine vollständige technische Beschreibung. Entscheidend ist, welche spektrale Verteilung ein Strahler tatsächlich abgibt, bei welcher Leistung gemessen wurde und wie sich die Abgabe während des Betriebs verändert.

Für die Praxis wichtiger als ein einzelnes Spektrum-Etikett:

  • tatsächliche Bestrahlungsstärke am vorgesehenen Anwendungsort
  • Abstand und Ausrichtung der Strahler
  • Grösse und Geometrie der bestrahlten Fläche
  • Dauer und Verlauf der Einwirkung
  • Lufttemperatur, Luftbewegung und Feuchtigkeit
  • Messung, Steuerung und definierte Begrenzung der Leistung

Warum Leistung, Abstand und Dauer zusammengehören

Eine hohe Strahlerleistung bedeutet nicht automatisch eine bessere Anwendung. Mit kleinerem Abstand kann die Bestrahlungsstärke am Körper deutlich zunehmen. Gleichzeitig entscheidet die Einwirkdauer darüber, wie lange Energie zugeführt wird.

Deshalb sollten technische Systeme nicht nur nach einer Wattzahl oder nach einem Spektrumsbegriff beurteilt werden. Aussagekräftiger ist das Zusammenspiel aus Quelle, Einbauposition, Abstand, Betriebsdauer und Regelung.

Spektrum und Regelung bei INFRAMEDIC

INFRAMEDIC betrachtet Infrarot nicht als isolierte Wärmequelle, sondern als regelbares System. Die patentierte Technologie SAFETY SENSE erfasst die Hauttemperatur im vorgesehenen Anwendungsbereich berührungslos. ONE-CONTROL verarbeitet die Messwerte und passt die angeschlossene Infrarotleistung innerhalb festgelegter Systemparameter an.

Bei dafür ausgelegten Vollspektrum-Strahlern kann sich mit der geregelten Leistung auch die relative spektrale Verteilung verändern. Die Einteilung in IR-A, IR-B und IR-C bleibt physikalisch gleich; verändert werden die Leistungsabgabe und – abhängig vom Strahler – die Anteile der abgegebenen Strahlung.

Wichtig: Die berührungslose Messung bezieht sich auf die Hauttemperatur im vorgesehenen Messbereich. Sie ersetzt keine medizinische Überwachung und misst nicht die Körperkerntemperatur.

Sicherheit bei Infrarotanwendungen

Zu intensive oder zu lange Infraroteinwirkung kann Haut und Augen belasten. Schutz- und Grenzwertbetrachtungen berücksichtigen deshalb unter anderem Wellenlänge, Expositionsdauer und Grösse der Strahlungsquelle. Bei einer Ganzkörper-Wärmeanwendung spielen zusätzlich Raumtemperatur, Luftbewegung und Luftfeuchtigkeit eine Rolle.

Anhaltende starke Rötung oder ein unangenehm intensives Hitzegefühl sind keine Qualitätsmerkmale. Die Anwendung sollte beendet werden, wenn sie unangenehm wird. Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Unsicherheiten sollten vor der Nutzung medizinischen Rat einholen.

Fazit

IR-A, IR-B und IR-C beschreiben drei klar definierte Wellenlängenbereiche. Für die Qualität einer Anwendung reicht diese Einteilung allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist, wie Spektrum, Leistung, Abstand, Geometrie, Dauer und Regelung als Gesamtsystem aufeinander abgestimmt sind.

Eine technisch fundierte Bewertung fragt daher nicht nur: „Welcher Infrarotbereich wird eingesetzt?“, sondern auch: „Welche Leistung erreicht den vorgesehenen Anwendungsbereich – und wie wird sie kontrolliert?“

Quellen und fachliche Orientierung

Stand: September 2026. Dieser Beitrag dient der technischen Orientierung und ersetzt keine medizinische Beratung.

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